Gentechnik - Eine Arbeitsmethode der Biotechnologie

Vorbehalte gegenüber Gentechnik

Als Teilgebiet der Biotechnologie ist die Gentechnik eine moderne Arbeitsmethode, die sich aus der Molekularbiologie entwickelt hat. Sie ermöglicht eine kontrollierte Übertragung einzelner Gene sowohl innerhalb von Arten als auch über die Artgrenzen hinweg. Die Empfängerorganismen erhalten dadurch neue vererbbare Merkmale und Fähigkeiten. Deshalb wird die Gentechnik hauptsächlich dort angewendet, wo herkömmliche Methoden unwirtschaftlich sind oder nicht den gewünschten Erfolg bringen.

Umfrageergebnisse zeigen, dass die Mehrheit der Österreicher der Gentechnik vor allem in der Nahrungsmittelindustrie nach wie vor ablehnend gegenüber steht. Die Akzeptanz der Gentechnik im Bereich der Medizin ist etwas höher.

In der Vergangenheit wurden die Verbraucher von der Lebensmittelindustrie und der Wissenschaft nur wenig über die Fortschritte in der Tier- und Pflanzenzucht sowie der Lebensmittelherstellung informiert. Vor allem den Einsatz der Gentechnik in der Lebensmittelindustrie empfinden viele Verbraucher als Bedrohung. Gründe hierfür sind u.a. ethische Bedenken oder befürchtete Gefahren für die Umwelt.

Ein weiterer Grund für die massiven Vorbehalte gegenüber der Gentechnik ist, dass viele Verbraucher in der gentechnischen Veränderung der Nahrungsmittel keinen persönlichen Nutzen erkennen. Hingegen liegt der Nutzen für die Landwirtschaft und die Lebensmittelindustrie vor allem in einer Produktionssteigerung und Kostensenkung. Nicht zuletzt deshalb fällt es heute so schwer, die Vorteile und mögliche Risiken der Gentechnik richtig zu beurteilen.

Hauptanwendungsgebiete der Gentechnik im Ernährungsbereich

Für die Lebensmittelwirtschaft sind folgende Anwendungsgebiete von Bedeutung:

  • die gentechnische Veränderung von Pflanzen: Die Herstellung von transgenen Pflanzen verfolgt vor allem Ziele wie Ertragssteigerung, Qualitätsverbesserung, gesteigerte Widerstandsfähigkeit (z.B. Pestizidresistenz).
  • die gentechnische Veränderung von Tieren: Mögliche Ziele von transgenen Nutztieren können die Verbesserung der Tiergesundheit, der Fleischmenge und der Fleischqualität sein. Die Erfolge für die Lebensmittelproduktion sind derzeit allerdings noch sehr begrenzt.
  • die gentechnische Veränderung von Mikroorganismen: Anwendungsgebiete für die Gentechnik sind überall dort, wo Mikroorganismen direkt als Starter- und Schutzkulturen eingesetzt werden, beispielsweise in der Milchindustrie, bei der Rohwurstherstellung, bei der Produktion von alkoholischen Getränken und in der Backwarenindustrie. Die Gentechnik bietet in diesen Fällen die Möglichkeit, gezielt in die Stoffwechselvorgänge der Mikroorganismen einzugreifen und präzise Veränderungen vorzunehmen.
  • Biosensoren für Prozesskontrollen: In der Lebensmittelindustrie werden mit Hilfe der Gentechnik hergestellte Biosensoren als Erkennungssysteme zum Nachweis von Inhaltsstoffen oder Fremdsstoffen aller Art eingesetzt. Biosensoren ermöglichen eine genaue Prozesskontrolle bei der Herstellung von Lebensmitteln und machen gleichzeitig teure und aufwendige chemische Laboranalysen überflüssig.
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